Mesozoikum

Ärathem System Serie ≈ Alter (mya)
höher höher höher jünger
Meso-
zoikum
Kreide Oberkreide 99,6–65,5
Unterkreide 145,5–99,6
Jura Oberjura 161,2–145,5
Mitteljura 175,6–161,2
Unterjura 199,6–175,6
Trias Obertrias 228,7–199,6
Mitteltrias 245,9–228,7
Untertrias 251–245,9
tiefer tiefer tiefer älter

Das Mesozoikum (abgeleitet von griechisch μέσος mésos ‚mittlerer‘, ‚mitten‘ und ζῶ zo ‚leben‘), auch Erdmittelalter oder Erdmittelzeit genannt, ist ein Erdzeitalter, das vor etwa 251 Millionen Jahren begann und vor etwa 65,5 Millionen Jahren endete. Es ist innerhalb der geologischen Zeitskala der mittlere Zeitabschnitt des Äons Phanerozoikum. Auf das Mesozoikum folgt in dieser Zeitskala das Känozoikum (Erdneuzeit), das Paläozoikum (Erdaltertum) war der Vorgänger. Das Mesozoikum wird in Trias, Jura und Kreide gegliedert.

Einteilung des Mesozoikums

Stellung des Mesozoikums im Phanerozoikum:

Das Mesozoikum wird in folgende Systeme untergliedert (oben das jüngste, unten das älteste):

    • Ära: Mesozoikum (251–65,5 mya)

Leben im Mesozoikum

Das Mesozoikum begann nach einer Katastrophe am Ende des Perms (Paläozoikum), deren Ursache noch nicht aufgeklärt ist; 90 % aller Tier- und Pflanzenarten starben dabei aus. Dies ermöglichte die Evolution einer völlig neuartigen Tier- und Pflanzenwelt.

Die Dinosaurier entstanden, dominierten die Erde und starben (mit Ausnahme der Vögel) aus. Ihre nächsten heutigen Verwandten sind die Krokodile.

Es entwickelten sich außerdem Pterosaurier und eine ganze Reihe von Wasserreptilien, die jedoch alle am Ende des Mesozoikums wieder ausstarben.

Darüber hinaus erschienen die ersten kleinen und größeren Säugetiere (alles Nebenlinien der heutigen Säuger), die ersten Blütenpflanzen und die meisten Bäume, die wir heute kennen.

Hinweise deuten darauf, dass am Ende des Mesozoikums ein Meteorit nahe der Yucatánhalbinsel (Mexiko) einschlug. Dieser sogenannte KT-Impakt wird vielfach für das Aussterben von 50 % aller Tier- und Pflanzenarten verantwortlich gemacht – darunter sämtliche Dinosaurier, Flugsaurier, Ammoniten, Belemniten und die meisten der damals lebenden Meeresreptilien und Vögel.

Geologie

Während zu Beginn des Mesozoikums alle Kontinente zu einem „Superkontinent“ (Pangaea) vereint waren, nehmen gegen Ende der Kreidezeit die auseinanderdriftenden Kontinente allmählich ihre heutige Konstellation ein.

Klima

Durch das sukzessive Aufbrechen des einstigen Superkontinents Pangaea war das Klima im Mesozoikum einer beständigen Veränderung unterworfen.

Am Beginn des Zeitalters finden sich noch riesige Wüsten, bedingt durch die enorme Landfläche Pangaeas – vergleichbar mit der Sahara im heutigen Afrika.

Mit der Entstehung der Tethys zu Beginn des Mesozoikums wurde das Klima allerdings bald feuchter, die Kontinente begannen sich aufzuteilen. Das Klima wurde insgesamt tropisch und ähnelte sich weltweit sehr stark, da das Meer noch nicht wie heute in Atlantik, Pazifik und Indischen Ozean unterteilt war und die Meeresströmungen sich gleichmäßiger verteilen konnten. Selbst die Pole waren eisfrei.

Erst mit der Entstehung des Atlantiks und des beginnenden Zerfalls von Pangaea in Kontinente im Jura wurden die weltweiten Meeresströmungen unterbrochen und der weltweite Ausgleich der Klimazonen blieb aus. Dies lässt sich anhand der Jahresringe von versteinertem Holz feststellen. Gegen Ende der Kreide gab es durch den fehlenden globalen Temperaturausgleich erstmals Jahreszeiten mit Kaltzonen im Norden und Süden der Erde.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Mesozoic – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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