Anemochorie

Birken zählen zu den Flügelfliegern, hier die reifen weiblichen Kätzchen von Betula populifolia vor dem Ausfliegen der Samen.
Löwenzahn zählt zu den Haarfliegern

Anemochorie ist die Ausbreitung von Pflanzensamen mit dem Wind. Sie ist die ursprünglichste Ausbreitungsform, die schon von den ersten Landpflanzen der Erde genutzt wurde. Pflanzen, die die Anemochorie nutzen, bilden in der Regel winzige Sporen aus.

Dabei sind je nach Gewicht und Form der Samen, Windstärke und Höhe über dem Boden nahe oder weite Ausbreitungen möglich, generell werden leichte Samen weiter ausgebreitet.

Für die Pflanzen bestehen dabei verschiedene Möglichkeiten, den Wind zu nutzen:

  • Windflieger (Meteorochorie) lassen ihren Samen mit dem Wind treiben. Damit sind Fernausbreitungen über mehrere hundert Meter bis zu Kilometern möglich. Beispiele sind Weiden oder Löwenzahn (Pusteblume).
  • Windstreuer (Boleochorie, eine Form der Semachorie) verstreuen nach Einwirkung äußerer Kräfte wie dem Wind die Samen aus Kapseln. Die erreichbare Ausbreitung beträgt nur wenige Meter. Beispiel ist Klatschmohn.
  • Bodenläufer (Chamaechorie) lösen sich als ganze Pflanze vom Boden und werden vom Wind ausgebreitet, die Samen fallen nach und nach ab. Die dabei erreichbare Ausbreitung ist nur davon abhängig, wie häufig die Steppenroller festgehalten werden, beispielsweise an Zäunen oder anderen Pflanzen. Beispiele sind Kali-Salzkraut und Feld-Mannstreu.

Literatur

  • Angelika Lüttig & Juliane Kasten: Hagebutte & Co - Blüten, Früchte und Ausbreitung europäischer Pflanzen. Fauna Verlag, Nottuln 2003, ISBN 3-93-598090-6

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