Horn

Dieser Artikel befasst sich mit dem Horn auf dem Kopf von Tieren. Für weitere Bedeutungen siehe Horn (Begriffsklärung), für Namensträger mit dem Familiennamen siehe Horn (Familienname).
Ein Schottisches Hochlandrind, zu dessen typischen Merkmalen die langen Hörner gehören
Elasmotherium sibiricum, Illustration zu einem Vertreter der Elasmotheriinae (†)
Horn abgelöst vom Schädel eines Steinbocks
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

Horn nennt man den Auswuchs am Kopf der Hornträger und der Nashörner. Im übertragenen Sinne werden auch ähnliche Gebilde am Körper anderer Tiere als „Horn“ bezeichnet.

Das Horn im eigentlichen Sinne

Bei den Hornträgern (lat. Bovidae), einer Familie der Wiederkäuer (etwa bei Antilopen, Rindern, Schafen oder Ziegen), ist es ein hohler Überzug über einen Knochenzapfen. Die Hornträger werden darum auch als „Hohlhörnige“ (Kavikoruier) bezeichnet. Dieses Gebilde löst sich leicht ab und wird daher sowohl als Behälter wie auch als Musikinstrument verwendet. Im Gegensatz dazu stehen die Geweihträger (lat. Cervidae), wie Hirsche etc.

Bei den Nashörnern ist das Horn ein solider, aus verklebten Borsten hervorgegangener Auswuchs. Er lässt sich ebenso schmerzlos zurückschneiden wie Haare oder Fingernägel – eine Maßnahme, die im Tierschutz angewendet wird, da die Nashörner fast ausschließlich ihrer Hörner wegen bejagt werden: Ein Nashorn, dem das Horn entfernt wurde, ist für Wilderer wertlos.

Funktion des Hornes

Allgemein wird angenommen, dass das Horn den Wiederkäuern nur zu Verteidigungszwecken evolutionär gewachsen ist.

Weitere Hörner aus Hornsubstanz

Bei den Vögeln tragen zum Beispiel der Kasuar und viele Arten der Nashornvögel ein Horn auf dem Kopf oder dem Schnabel; auch der Sporn bei Hühnervögeln etc. besteht aus Hornsubstanz. Diese bildet auch die Schwielen (Sohlenballen), Hufe, ferner die Schuppen bei den Säugetieren (Schuppentiere etc.), Vögeln und Reptilien (Schildkröten, Schlangen etc.), nicht aber bei den Fischen, sowie die Zungenstacheln bei den Katzenarten, die Hornzähne des Schnabeltieres, der Neunaugen etc., die Barten einiger Walarten, die Platten auf der Zunge, im Gaumen und im Magen der Vögel und mancher Säugetiere.

Als krankhafte Erscheinungen sind Hauthörner sowie hornartige Bildungen bei Pferden, Katzen, Wölfen, bei Gänsen, Enten und Hühnern zu betrachten.

Das Horn in der Redensart

Die Redensart „jemandem Hörner aufsetzen“ hat damit zu tun, dass Kapaunen die von den Füßen abgeschnittenen Sporen durch eine Wunde am Kopf einpfropft wurden, wo sie dann unter Umständen nicht nur einwuchsen, sondern auch noch größer werden sollten, als sie an den Füßen geworden wären: An den „Hörnern“ konnte man den kastrierten Hahn erkennen.

Auswüchse aus anderen Körpersubstanzen

Rehgehörne

Das in der Jägersprache als „Gehörn“ bezeichnete Geweih der Rehe besteht aus massiver Knochensubstanz und gilt deswegen nicht als Horn, ebenso wenig das „Horn“ des Narwals, das vielmehr ein Stoßzahn ist.

Auch bei anderen Tiergruppen, beispielsweise manchen Käfern, spricht man von Hörnern für analoge Fortsätze; bei den Insekten sind diese als Teil des Exoskeletts aus Chitin gebildet.

Horn im Namen

Nashornkäfer (Oryctes nasicornis), ♂

Lebewesen bekommen meist den Zusatz Horn-, wenn sie sich entweder durch spitze harte Auswüchse am Kopf oder durch den Besitz von sehr harten Substanzen in der Außenhaut auszeichnen:

Weblinks

  • Wiktionary Wiktionary: Horn – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

News Meldungen


16.06.2020
Physiologie - Ökologie - Biotechnologie - Video
Erfolgreiche Eizellenentnahme bei Südlichen Breitmaulnashörnern durch das BioRescue-Team im Serengeti-Park Hodenhagen
Um ein Aussterben von Tierarten wie dem Nördlichen Breitmaulnashorn zu verhindern, entwickelt das BioRescue-Konsortium Methoden und Ansätze für den Artenschutz weiter.
16.03.2020
Botanik - Genetik - Evolution
Ertragreichere Kulturpflanzen dank Genen von uralten Hornmoosen
Ein internationales Team unter der Leitung der Universität Zürich und des Boyce Thompson Institute hat erstmals das Genom mehrerer Hornmoose analysiert, was neue Einblicke in die Evolution der frühesten Landpflanzen eröffnet.
12.02.2020
Taxonomie - Paläontologie
Ausgestorbene Riesenschildkröte hatte fast 3 Meter langen Panzer mit Hörnern
Paläobiologen der Universität Zürich haben in Venezuela und Kolumbien Überreste einer ausgestorbenen Süsswasser-Schildkröte entdeckt.
05.02.2020
Zoologie - Ökologie
Studie zeigt: Asiatische Hornisse erreicht Hamburg
Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) hat Hamburg erreicht.
15.01.2020
Zoologie - Zytologie
Ein weiterer Schritt zur Rettung des Nördlichen Breitmaulnashorns
Im Dezember 2019 wiederholte das „BioRescue Wissenschafts- und Naturschutzteam" die Eizellenentnahme bei den Nördlichen Breitmaulnashörnern in Kenia und konnte über Weihnachten einen neuen Embryo erzeugen.
16.12.2019
Zoologie - Ökologie
Südliche Breitmaulnashörner sind durch Inzucht und die Fragmentierung ihrer Lebensräume bedroht
Die Fragmentierung der natürlichen Lebensräume durch Zäune und Siedlungen wird den Nashörnern zum Verhängnis.
11.09.2019
Physiologie - Ökologie
Erste in-vitro-Embryonen könnten Wendepunkt für das fast ausgestorbene Nördliche Breitmaulnashorn markieren
Seit Jahrzehnten ist die Geschichte des Nördlichen Breitmaulnashorns eine Geschichte des Niedergangs.
23.08.2019
Physiologie - Genetik
Erfolgreiche Eizellenentnahme bei Nördlichen Breitmaulnashörnern – ein weiterer Meilenstein für ihre Rettung
Es gibt nur noch zwei Nördliche Breitmaulnashörner auf der Welt, beide sind Weibchen.
27.06.2019
Anthropologie - Physiologie
Sensibel trotz dicker Hornhaut
Bewegungswissenschaftler aus Chemnitz und Biologen aus Harvard untersuchen in aktueller „Nature“-Veröffentlichung den Einfluss des Barfußgehens auf die Sensibilität unserer Fußsohlen.
12.12.2018
Zoologie - Mikrobiologie - Immunologie
Neue Testmethode verbessert Tuberkulose-Diagnose bei Nashörnern
Krankheiten wie Tuberkulose können für Wildtiere eine große Herausforderung darstellen.
11.07.2018
Zytologie
Nashornspermien aus dem Eis
Neues Kryoprotektivum erhöht Beweglichkeit der Spermien nach dem Auftauen
04.07.2018
Zoologie - Zytologie
Durchbruch in der Rettung des Nördlichen Breitmaulnashorns
Allererstes Hybrid-Embryo außerhalb der Gebärmutter produziert! Nördliche Breitmaulnashörner sind funktionell ausgestorben, da nur noch zwei Weibchen dieser Art auf unserem Planeten existieren.
21.05.2018
Ökologie
Jäger bevorzugen Steinböcke mit langen Hörnern
Dass Jäger Steinböcke mit überdurchschnittlich langen Hörnern bevorzugt erlegen, ist kaum überraschend.
13.03.2014
Paläontologie
Vorläufer des europäischen Nashorns in Vietnam entdeckt
Es konnten zwei bisher unbekannte fossile Säugetierarten geborgen werden.


Das könnte dich auch interessieren