Der Braune Springaffe (Callicebus brunneus) ist ein kleiner, tagaktiver Primat aus der Gruppe der Neuweltaffen (Platyrrhini). Innerhalb der Gattung Callicebus zählt man ihn zur moloch-Gruppe. Die Affen leben im Norden Boliviens, im Südosten Perus und im Südwesten Brasiliens, wo sie im Bundesstaat Rondônia am häufigsten anzutreffen sind. Sie leben in Wäldern entlang von Flüssen mit saisonalen Überschwemmungen [1].


Aussehen

Braune Springaffen (Callicebus brunneus) haben einen rotbraunen Rücken, Kopf und Gliedmaßen sind schwärzlich. Das Gesicht wird von rotbraunen Koteletten gerahmt, der Schwanz ist schwärzlich mit einer hellen Spitze. Die Farbe der Unterseite hebt sich nicht sonderlich vom Rest des Körpers ab [1]. Männchen und Weibchen der Braunen Springaffen (Callicebus brunneus) sind annähernd gleich groß; sie erreichen eine Körperlänge einschließlich Kopf von etwa 31 - 32 cm. Der Schwanz ist mit 38 - 44 cm deutlich länger als der Rest des Affen. Die ähnliche Körpergröße macht sich auch im Gewicht bemerkbar: beide Geschlechter erreichen im Erwachsenenalter etwa 850 g [1].


Ernährung

Braune Springaffen (Callicebus brunneus) verbringen 48% ihrer Zeit unterhalb von 10 Metern im Unterwuchs des Waldes, fressen aber im exponierten Baldachin. Zur Mittagszeit ruhen sie sich für etwa 2 Stunden aus. Sie ernähren sich von Früchten, Blättern, Insekten und Blüten. Zu den wichtigsten Nahrungsquellen gehören Feigenbäume und der Maulbeerbaum Brosimum rubescens . Während der letzen beiden Stunden, bevor sie sich zur Nachtruhe begeben, fressen sie nur noch Blätter. Sie schlafen auf Bäumen mit Kletterpflanzen und kehren an verschiedenen Tagen häufig zu den gleichen Schlafbäumen zurück [1].

Braune Springaffen (Callicebus brunneus) sind teilweise sympatrisch mit Braunbauch-Springaffen (C. caligatus), mit Roten Springaffen (C. cupreus) und Weißohr-Springaffen (C. donacophilus). Braune Springaffen (Callicebus brunneus) sind monogam. Die Kleingruppen zählen meist 2 - 4 Tiere, bestehend aus dem Elternpaar und ihrem Nachwuchs. Die territorialen Affen leben in Revieren von etwa 3 - 5 ha, in denen sie bei der Nahrungssuche täglich zwischen 600 und 800 m zurücklegen.

Brauner Springaffe
Los Amigos Conservation Concession, Madre de Dios, Peru

Gefahren

Sechs Prozent der untersuchten Populationen wurden positiv auf Malaria getestet. In Bolivien scheint die größte Bedrohung für Braune Springaffen (Callicebus brunneus) von der Jagd auszugehen [2]. Im brasilianischen Bundesstaat Rondônia ist die Art in den letzen 35 Jahren durch die dichte menschliche Besiedlung und die Entwaldung arg in Bedrängnis geraten [3].

Braune Springaffen (Callicebus brunneus) werden von der Weltnaturschutzunion (IUCN) aufgrund ihres relativ großen Verbreitungsgebiets und aufgrund ihres Vorkommens in einer Reihe von Schutzgebieten als nicht gefährdet (Least Concern) eingestuft. Auch scheinen die Populationen stabil zu sein und es gibt keine Hinweise auf Bedrohungen [3].


Systematik


Literatur

[1] Rowe, 1996; [2] Rowe und Martinez, 2003; [3] Veiga, L.M., Wallace, R.B. & Ferrari, S.F. 2008. Callicebus brunneus. In: IUCN 2010. IUCN Red List of Threatened Species. Version 2010.1. <www.iucnredlist.org>. Downloaded on 21 April 2010.

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