Schopf- oder Kappenlangur (Trachypithecus pileatus)

Der Schopflangur oder Kappenlangur (Trachypithecus [Semnopith.] pileatus) ist ein Primate aus der Gruppe der Altweltaffen (Catarrhini).

Die vier Unterarten der Kappenlanguren sind im äußersten Osten des indischen Subkontinents verbreitet. Trachypithecus p. pileatus lebt in Myanmar und Indien, T. p. durga in Bangladesch und im Norden des indischen Verbreitungsgebiets von T. p. pileatus. T. p. brahma lebt in den Dafla Hills nördlich des Flusses Brahmaputra in Assam (Indien) und T. p. tenebricus lebt in Indien und Bhutan.


Lebensraum

Kappenlanguren leben in Bergregionen mit trockener, tropischer Laubvegetation oder subtropischer, immergrüner Vegetation. Kappenlanguren bevorzugen Lebensräume mit ausreichend vielen Fließgewässern. Außerdem kann man sie in Bambuswäldern und in Edelholzplantagen antreffen.


Gruppenleben

Kappenlanguren sind tagaktive Primaten, die den Großteil ihrer Zeit auf Bäumen verbringen und selten auf den Boden herabkommen. Die Gruppen umfassen 2 - 15 Affen mit einem Männchen, mehreren Weibchen und deren Nachwuchs. Junge Männchen, die noch keine eigene Haremsgruppe haben, schließen sich zu reinen Männergruppen zusammen oder leben einzelgängerisch.


Fortpflanzung

Die Weibchen der Kappenlanguren bringen nach einer Tragzeit von etwa 200 Tagen meistens ein einzelnes Junges mit gelblichem Fell zur Welt. Die Geburten finden zwischen Dezember und April statt. Wie bei vielen Haubenlanguren findet Allomothering statt, d. h. die säugende Mutter gibt ihre Kleinkinder kurzfristig zur Pflege an andere Weibchen der Gruppe ab, um ungestört nach Nahrung suchen zu können. Die anderen Weibchen der Gruppe kümmern sich um das Jungtier, sie tragen es herum und kuscheln mit ihm.

Werden junge Männchen und Weibchen geschlechtsreif, verlassen sie ihre Geburtsgruppe. Die jungen Männchen leben einzelgängerisch oder in Junggesellengruppen, die Weibchen schließen sich anderen Gruppen an. Die etablierten Chefs einer Haremsgruppe reagieren gegenüber den Junggesellengruppen sehr aggressiv, da die jungen Männchen oftmals versuchen, die Haremsgruppe zu übernehmen, oder mit einigen Weibchen eine neue Gruppe zu gründen.


Gefahren

Die Populationen der Kappenlanguren sehen sich mit einer Vielzahl von Bedrohungen konfrontiert, wobei die größten Gefahren von der Veränderung der Lebensräume ausgeht. Einige der wichtigsten Ursachen für den Abwärtstrend sind Umwandlung in landwirtschaftliche Flächen, Pflanzenmonokultur, Bau- und Brennholzproduktion und andere Entwicklungen, die zu einem Verlust der Fruchtbäume und der Schlafplätze führt. Außerdem werden Kappenlanguren wegen ihres Fleisches und anderer Körperteile gejagt. Viele Jungtiere werden gefangen und als Haustiere gehalten (Molur et al. 2003).


Systematik


Literatur

[1] Rowe, N. 1996; Das, J., Molur, S. & Bleisch, W. 2008. Trachypithecus pileatus. In: IUCN 2011. IUCN Red List of Threatened Species. Version 2011.1. <www.iucnredlist.org>. Downloaded on 13 October 2011.
Kappenlangur, wikimedia.org

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